Nach dem Studium der Fotografie und Kunst habe ich meinen eigenen Weg gewählt:
selbstständig in der Werbefotografie und als bildender Künstler.
Meine Arbeit beginnt dort, wo Lautstärke endet.
Ich fotografiere leise.
Mit Stil.
Mit Zeit.
Ich bin Kunstpreisträger der Stadt Kempten im Allgäu. Ausgezeichnet wurde eine abstrakt-realistische Fotografie im Format 135 × 200 cm, ein Bild zwischen Wirklichkeit und Gefühl, zwischen Präsenz und Andeutung.
Schwarzweiß ist meine Sprache.
Reduziert. Ehrlich. Konsequent.
Farbe setze ich bewusst ein – nur dort, wo sie trägt, verstärkt, unterstützt.
Fotografie bedeutet für mich Nähe ohne Eingriff. Porträts entstehen ausschließlich on location:
draußen, an Orten, an denen du dich wohlfühlst, oder in Unternehmen – in Geschäftsgebäuden, Fertigung, Produktion. Dort, wo Arbeit lebt und Spuren hinterlässt.
Ich arbeite mit der Leica.
Die Leica ist für diese Art von Fotografie die richtige Kamera, weil sie nicht im Weg steht.
Sie ist klein. Leise. Unaufdringlich.
Kein großes Gehäuse zwischen uns, keine Barriere, kein Eindruck von Beobachtung.
Eine Leica zwingt zur Nähe. Nicht physisch, sondern menschlich. Sie lädt nicht zum Verstecken ein, sondern zum Dasein.
Ich schaue nicht auf einen Bildschirm.
Ich schaue auf dich.
Der Moment bleibt offen, lebendig, unverstellt.
Ihre Reduktion ist ihre Stärke.
Weniger Funktionen, weniger Ablenkung, mehr Aufmerksamkeit für das, was passiert.
Die Leica misst nicht den Moment.
Sie respektiert ihn.
Für leise Porträts braucht es keine laute Technik.
Sondern ein Werkzeug,
das Vertrauen zulässt
und Stille bewahrt.
Deshalb ist sie für meine Arbeit die beste Kamera.
Ich arbeite ohne Teleobjektiv, weil Distanz kein Ersatz für Nähe ist.
Ein Tele schafft Abstand, physisch und emotional. Es erlaubt Beobachtung,
aber verhindert Begegnung.
Für meine Porträts will ich da sein.
Nicht verborgen.
Nicht aus sicherer Entfernung.
Ohne Tele stehe ich im gleichen Raum wie du.
Ich teile den Moment.
Die Situation weiß, dass sie gesehen wird und bleibt trotzdem echt.
Ein normales oder leichtes Weitwinkel zwingt zur Entscheidung: bleiben oder gehen, sprechen oder schweigen.
Es gibt kein heimliches Wegzoomen.
Das verändert alles.
Die Bilder werden offener.
Verletzlicher.
Wahrer.
Ich fotografiere nicht über Menschen hinweg,
sondern mit ihnen.
Unauffällig. Beobachtend. Wach.
Ich gebe keine Anweisungen, keine Posen, kein Zurechtrücken.
Denn die stärksten Bilder entstehen nicht auf Kommando.
Sie entstehen im Leben.
In einem Gespräch.
Beim Gehen.
Beim Arbeiten.
Ich erfasse Situationen und setze sie in Szene, ohne sie zu verfälschen.
Was bleibt, ist ein Bild, das nicht schreit,
sondern bleibt.
Jürgen